Hinduismus gHinduismus

Die Wurzeln des Hinduismus reichen mehr als 4.000
Jahre zurück. Nach Christentum und Islam ist der Hin-
duismus mit etwa einer Milliarde Anhängern die dritt-
größte Religionsgemeinschaft.
Es gibt keine Gründerperson, dafür eine Vielzahl von
Göttern und mehrere heilige Schriften, wie zum
Beispiel die Veden, die Upanishaden, die Bhagavad
Gita, das Ramayana oder das Mahabharata. Sie entha-
lten Mythen, Legenden, Anbetungen, Rituale, spiritu-
elle Praxis und mystisches Wissen.
Hindus nennen ihre Religion auch „Sanatana Dharma“,
das „ewige Gesetz“. Hindus gehen von einer „göttli-
chen Kraft“, von einer „universellen Seele“ aus, die
alles beseelt und die „Brahman“ genannt wird.Hinduismus Pavillon

Glaube und Lehre

Im Kern der Lehre ist zu erkennen, dass die individuelle
Seele, „Atman“, mit „Brahman“, dem höchsten göttlichen
Selbst identisch ist. Diese Erfahrung geschieht durch
Meditation.
Es gibt eine Vielzahl von Göttern, die täglich angebetet
werden, wie z. B. Ganesha, der Elefantengott und
Krishna.
Darüber hinaus gibt es die Dreierkonstellation Trimurti,
die für die Entstehung und das Vergehen der Schöpfung
stehen und als Manifestation „Brahmans“ gelten:
„Brahma“, der Schöpfer, „Vishnu“, der Erhalter und
Bewahrer, und „Shiva“, der Zerstörer und derjenige, der
transformiert.
Schließlich gibt es eine Reihe weiblicher Gottheiten.
In den verschiedenen Yoga-Richtungen, wie Hatha-,
Jnana-, Bhakti-Yoga werden unterschiedliche religiöse
und spirituelle Praktiken durchgeführt.  

OM-Zeichen

OM (sprich: a-u-m) ist ein zentrales Mantra, eine
heilige Silbe im Hinduismus. Über ein Mantra wird
entweder kontempliert oder es dient als Konzentrati-
onsobjekt in der Meditation oder es wird einfach vor
sich hin gesungen oder gesummt. OM steht für die
universelle Kraft, für die Schwingung Gottes und für
die göttliche Energie Shakti, die in den drei elemen-
taren Kräften von Brahma, Vishnu und Shiva vereint
ist.Pavillon Symbole-4

Verbreitung

Der Hinduismus ist traditionell in Indien, Bangladesch,
Sri Lanka und Bali verbreitet. Durch Einwanderungs-
bewegungen ist er vor allem in Großbritannien und
den Ländern des ehemaligen britischen Common-
wealth, wie z. B. in der Karibik, in Kanada, Ostafrika
und den USA vertreten.

 

 

 

Texte

Ich werde Euch die Einigkeit der Herzen und des Geistes und die Freiheit von Hass bringen.
Liebet einander wie die Kuh das Kalb liebt, das sie geboren hat.
Lasset den Sohn loyal dem Vater gegenüber sein und eines Sinnes mit seiner Mutter.
Kein Bruder soll seinen Bruder hassen, keine Schwester ihre Schwester,
sprecht Eure Worte einmütig, im selben Ziel vereint, in Freundlichkeit
 

Atharva Veda 3.30

 
Die Bedeutung der Geschichte ist, dass Brahman und die ursprüngliche Energie zuerst
als zwei erscheinen. Nachdem man aber die Kenntnis von Brahman erfahren hat, sieht
man nicht mehr die zwei. Dann gibt es keinen Unterschied mehr.
Es ist Eins, ohne ein Zweites, Advaita/Nicht-Dualität.
 
Gedichte Nr. 3888 Ramakrishna 1836-1988
 
Das Endziel ist das Erkennen Gottes, und alle seine Aktivitäten, seien sie sozial, politisch,
religiös, müssen von diesem Endziel geleitet werden: der Vision Gottes.
Unmittelbarer Dienst am Menschen wird einfach deshalb schon ein notwendiger Bestandteil der Bemühungen, weil der einzige Weg, Gott zu finden, darin besteht, ihn in seiner Schöpfung
zu schauen und eins mit ihr zu sein. Dies kann allein durch den Dienst an allen geschehen.
Ich bin ein Teil vom Ganzen und kann ihn vom Rest der Menschheit nicht getrennt finden.
 

Mahatma Gandhi